...und seine vielfältigen Möglichkeiten
Auf ca. 100.000 m² befinden sich folgende Schießstände auf dem Vereinsgelände:
• Trap-Stand mit olympischer Trap 15-Maschinen-Anlage
• Jagd-Stand mit 2 Trap-Taumler, Rollhase, Laufender Keiler, 100m Anlage mit elektronischer Auswertung, Vorderlader 1-Maschinen-Anlage; Skeet-Anlage
• 25m-Stand mit 16 Ständen bis 2500 Joule und Duell-Anlage
• 50m-Stand mit 8 Ständen 25/50m bis 7000 Joule
• Bogenparcours mit 70 000m2 Fläche und 16 3D-Zielen
• Bogenhalle mit 4 Ständen bis 15m
• Bogen-Stand (Freiluft) mit 6 Ständen bis 30m und Wurfscheibenanlage für Bogen
• Luftgewehrsaal mit 10 Luftpistolen-/Luftgewehrständen mit elektronischer Auswertung
Der Verein ist dem Verband
BSSB (DSB) und dem
BDS angehörig.
Das Schützenmeisteramt
Die Schützenmeister, Schriftführer und unsere 6 Abteilungsleiter gemeinsam bilden den geschäftsführenden Vorstand, bei uns auch das Schützenmeisteramt genannt.
Jede Abteilung wird von einem Abteilungsleiter und seinen Stellvertretern eigenverantwortlich geführt. Sie bilden das Fundament, auf dem St. Sebastianus aufgebaut ist. Jede Abteilung bildet finanziell ein eigenes Profit-Center und alle 6 Abteilungen schreiben „schwarze Zahlen“. Natürlich ist die Finanzkraft unterschiedlich, aber keine Abteilung belastet die anderen Abteilungen oder den Hauptverein mit Verlusten.
Erster Schützenmeister: Werner Schreck
Zweiter Schützenmeister und Schatzmeister: Heiko Kabelitz
Dritter Schützenmeister und Sportleiter: Markus Brunner
Schriftführer: Tobias Bozem
Abteilungsleitung Bogen: Mario Wombacher
Abteilungsleitung Jagd: Florian Schnatz
Abteilungsleitung Kurzwaffen: Andreas Fuchs
Abteilungsleitung Luftgewehr: Hubert Arnold
Abteilungsleitung Trap: Alfons Rollmann
Abteilungsleitung Vorderlader/Langwaffen: Wolfgang Helfrich
Entstehung von St. Sebastianus
Im Jahr 1899 vor genau 125 Jahren trafen sich in Schweinheim unsere 13 legendären Gründungsmitglieder. Darunter Franz-Josef Kullmann, welcher der erste Schützenmeister des Vereins wurde. Aus finanziellen Gründen, so steht es wörtlich in der Chronik, konnte kein Schießstand gebaut werden und der Schießbetrieb fand im Saal der Gaststätte „Traube“ statt.
Der Verein im 2. Weltkrieg
Ein Tiefpunkt war nach dem 2. Weltkrieg. Unser Verein stand vor dem „Nichts“. Alle Schützenvereine waren von den Alliierten verboten! Der Schießstand war demoliert; die Sportgewehre vernichtet. Nur unsere Fahne wurde durch den Schweinheimer Pfarrer Umenhof gerettet. Er nahm die Fahne an sich und versteckte diese unter dem Einsatz seiner Freiheit unter seinem Bett. Wäre die Fahne in seinem Besitz gefunden worden, wäre er sehr wahrscheinlich in einem Entnazifizierungslager gelandet.
Diese alte ehrwürdige Fahne war alles, was von Sebastianus nach dem 2. Weltkrieg übrig war. Es kam nach Anfängen im Jahre 1952 zu einer offiziellen Wiedergründung im Jahre 1954.
Der Steinbruch am Stengerts
Ursprünglich war das heutige Schießgelände ein Steinbruch in dem ab 1832 u. a. das Mineral Quarzitdiorit gefunden wurde. Betrieben wurde der Steinbruch von der Firma Höllein. Das Gelände auf dem der Steinbruch liegt befindet sich auf einem Ausläufer des Stengerts, welcher eine Höhe von 347m über NHN hat und von Schweinheim aus gut zu sehen ist.
Eine außerordentlich erfolgreiche Weiterentwicklung für St. Sebastianus begann 1968-72, als nach der Insolvenz des Höllein-Steinbruchs der damalige 1. Schützenmeister, Ferdinand Heintz, Helmut Bergmann, Gabi Schenkel und der damalige Kassier, Karl Hessele, den Umzug hierher – in diesen aufgelassenen Steinbruch – bewerkstelligten. Mit Hilfe der Firmen Heinrich Kunkel und Karl Dressler und vieler fleißiger Helfer konnte aus dem alten Steinbruch ein Schießgelände gestaltet werden. Dank dieser richtigen und fundamentalen Entscheidung konnten wir von einem Gaststätten-Hinterzimmer- Luftgewehr-Verein zu dem führenden Schießsportzentrum am Bayerischen Untermain aufsteigen.
Während des Aufenthaltes der US-Amerikanischen Soldaten in Aschaffenburg war das komplette Gebiet der Exe (inkl. des Steinruchs) unter der Hoheit der US-Verwaltung. Rechtlich handelte es sich um ein Sondergebiet bis zur Zurückgabe an die Deutschen. Die von den Mitgliedern und dem Schützenmeisteramt 1982 geschaffene Schießanlage lag mitten im Übungsgebiet der US-Amerikanischen Streitkräfte.
Damit verbunden war eine angenehme Zusammenarbeit mit der Armeeverwaltung und eine jahrelange Freundschaft mit den US Kommandeuren. Es war üblich bei Kommandeurswechsel die Batallionsfahnen der stationierten als Geschenk zu überreichen.
Mit dem Mauerfall 1989 gab es in Europa grundlegende Veränderungen. Nach Beendigung des Kalten Krieges gab es keine Begründung für die Stationierung der Truppen der Westalliierten in Deutschland. Dies hatte auch gravierende Auswirkungen für unseren Schützenverein St. Sebastianus Aschaffenburg 1899 eV, da jetzt der frühere Truppenübungsplatz in Aschaffenburg-Schweinheim von einem „Son-dergebiet“ in ein „Naturschutz- und Naherholungsgebiet“ umgewandelt wurde.
Das Sportgelände und seine Entwicklung
Im Jahr 2009 wurde St. Sebastianus, wie alle Schützenvereine, von neuen europäischen Vorschriften überrascht. Der Verein wurde zu dieser Zeit vom damaligen Sachverständigen Herrn Kehr in Kenntnis gesetzt, dass die damaligen Geschossfänge - in Holzbauweise - nicht mehr abnahmefähig
waren. Neue Regeln forderten sicherere, überdachte und gegen Regen geschützte Anlagen. Gleichzeitig wurden alle Schießstandbetreiber von Wurfscheibenanlagen in Bayern aufgefordert, die Anlagen von BAK belasteten Altscheiben zu reinigen und nur noch schadstofffreie Wurfscheiben zu verwenden.
Diese Feststellungen führten dazu, dass das komplette Schießgelände in den nächsten 5 Jahren grundlegend saniert und weiter ausgebaut wurde. Die Ergebnisse dieser Standsanierung wurden 2014 gemeinsam mit vier weiteren Mustersanierungen vom Bayerischen Landesamt für Umwelt zusammengefasst und dienen heute als Grundlage für neue „Technische Hinweise zum umweltverträglichen Bau und Betrieb von Wurfscheibenschießanlagen“.
Der Verein hat in den ersten Bauabschnitten nach 2010 rund 650.000€ in die Schießstände – und davon sehr viel in Schallschutz – investiert. In den Jahren 2023 und 2024 wurden rund 140.000€ ausschließlich in Schallschutz investiert. Die zukünftigen Investitionsvorhaben belaufen sich nochmals auf rund 250.000€. Unter anderem werden neue Wurfmaschinen für die Trap-Abteilung, sowie neue 3D-Ziele für den neueröffneten Bogenparcours, eine elektronische Anlage für die Luftgewehrabteilung und vieles mehr angeschafft.
Insgesamt wurden in der Zeit von 2009 bis heute über 1 Mio € in die verschiedenen Anlagen investiert. Von einer Bodensanierung ,welche unseren Verein Bayernweit bekannt gemacht hat, über viele Neuanschaffungen bis hin zu modernsten Schallschutzmaßnahmen haben wir das menschenmöglichste für die Zukunftsfähigkeit unseres Vereins getan.
Hierzu ist besonders zu erwähnen, dass gerade im Zuge des polizeilichen Schießens die Schießstände viermal schallschutztechnisch geprüft wurden. Eine der Prüfungen wurde durch den für die Stadt Aschaffenburg tätigen Schallschutzgutachter durchgeführt. Weitere Institutionen, die Prüfungen durchgeführt haben, sind der TÜV und auch das BKA.
Alle Prüfungen haben die Einhaltung der Grenzwerte ergeben. Das Bundeskriminalamt bestätigte sogar eine deutliche Unterschreitung der Grenzwerte.
Mit den gewaltigen Investitionen - über eine Million Euro - mit der Tatsache, dass die Stadt Aschaffenburg unseren Pachtvertrag bis 2050 verlängert hat ist unser Verein für die Zukunft gut aufgestellt. Wir sind somit sehr optimistisch, dass wir auch unser 150-zig jähriges Bestehen im Steinbruch am Stengerts feiern werden.
St. Sebastianus und die Gesellschaft
St. Sebastianus ist weit mehr als nur ein „normaler“ Schützenverein. Aufgrund der Größe und Vielfalt unseres Schießgeländes, welches wir über die letzten 15 Jahre kontinuierlich ausgebaut haben, wurden wir das wichtigste schießsportliche Zentrum am Untermain. Nicht nur Sportschützen trainieren bei uns für die Teilnahme an Wettkämpfen. Auch gesellschaftliche Institutionen wie z. B. die Polizei, die Reservisten und die Justizvollzugsanstalt profitieren von der Größe und Vielfalt unseres Geländes. Weiterhin findet regelmäßig auf unserem Gelände das Training zur Jungjäger–Ausbildung statt.
Wir tragen durch die Ausbildung von insgesamt rund 1.000 Polizisten an den Langwaffen spürbar zur öffentlichen Sicherheit am Bayerischen Untermain bei.
Für uns als traditions- und verantwortungsbewusster Verein ist die Ermöglichung der Ausbildung der Polizei eine logische Konsequenz aus der Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung. Leider hat diese Verantwortungsübernahme nicht immer die verdiente Anerkennung, berechtigtes Lob oder angemessenen Dank eingebracht. Aufgrund des Lärms wurde versucht durch Unterschriftensammlungen unseren Schießbetrieb einzuschränken. Da die Bürger Schweinheims hinter uns stehen, konnten wir diese Versuche jedoch erfolgreich abwehren und wollen auch weiterhin die Ausbildung für Jungjäger, Polizei und Justiz auf unserem Gelände ermöglichen.
Die sportlichen Erfolge der letzten Jahre
In den letzten 15 Jahren haben wir immer wieder Deutsche Meister, Bayerische Meister, sowie viele Platzierungen erster, zweiter und dritter Plätze auf der Gaumeisterschaft und der Bezirksmeisterschaft erreicht.
Im Schützengau Mai-Spessart, dieser besteht aus 40 Vereinen mit rund 4.300 Mitgliedern, konnten wir in den letzten Jahren auf der Gaumeisterschaft folgende Plätze belegen:
ca. 160 - 1. Plätze
ca. 100 - 2. Plätze
ca. 88 - 3. Plätze
Im Bezirk Unterfranken, welcher aus 303 Vereinen mit über 32.000 Schützen besteht, konnten wir 69 mal Platz 1, 72 mal Platz 2 und 33 mal Platz 3 belegen.
Im Land Bayern stehen rund 480.000 Schützen im Wettbewerb um Bayerischer Meister zu werden. Im Landeswettbewerb waren wir 8 mal auf Platz 1, 7 mal auf Platz 2 und konnten 9 mal 3. Plätze nach Aschaffenburg holen.
Auch Deutsche Meisterschaften sind uns primär beim Bogensport und mit der Flinte gelungen. Hier konnten wir 11 mal Platz 1, 5 mal Platz 2 und 6 mal Platz 3 holen.
Aber auch regional holten wir in der Stadtmeisterschaft mit dem Luftgewehr bei den Damen einmal Platz 1, ebenso bei den Schülern und auch bei den Herren.
St. Sebastianus stellt aktuell amtierend beim BJV 1. und 2. Unterfränkische Meister im Langwaffen und auch den amtierenden Bezirksmeister in der Kurzwaffe.
In vielen Disziplinen, vor allem im Bereich Großkaliber und Flinte, dominieren wir die Gau- und Bezirksmeisterschaften und zählen somit zu den erfolgreichsten Schützenvereinen in Bayern.